Voodoo-Canyon (1543/225)

Die drei bisher bekannten Eingänge des Voodoo-Canyons liegen mitten in der Dachstein-Südwand in der Steiermark. Einige Höhlenteile unterfahren die Landesgrenze und liegen unter dem Hallstätter-Gletscher in Oberösterreich.
Um zur Höhle zu gelangen bedarf es einer 130 m Abseilfahrt durch die rund 700 m hohe Dachstein-Südwand.
Die Höhle ist im Dachsteinkalk entwickelt und besteht aus geräumigen fossilen, Canyonsystemen, Schächten und großen Hallen. Auf einer Seehöhe von etwa 2.600 m sind ausgedehte horizontale Passagen ausgebildet.
Ein genetischer Zusammenhang mit der direkt darunter liegenden Südwandhöhle 1543/28 dürfe als erwiesen gelten. Ob ein Durchstieg möglich ist, wird sich im Laufe der Forschungen zeigen.

Voo

Geschichte

1988: Der obere Eingang des Voodoo-Canyons wird am 26. Juli 1988 von Klaus Hoi während der Erschließung der Kletterroute “Top Secret” entdeckt.

1991: Vermutliche Erstbefahrung durch zwei ennstaler Höhlengeher am 14.04.1991. Dies kann aufgrund großer Inschriften im PSP-Dom abgeleitet werden. Befahrungsspuren und einige Seileinbauten zeugen, dass die Höhle wohl im Zuge mehrerer Touren bis zum Gletscherdom (Motivhalle) befahren wurde.

2006: Die Lokalisation des oberen Einganges der Höhle wird neben anderen Höhleneigängen den VHO-Forschern von Klaus Hoi mitgeteilt.

2008: Im Zuge des VHO Forscherlagers “Sub-Glacies 2008″ kann der Eingang des Voodoo-Canyons gefunden und die Höhle auf eine Länge von 1.024 m bei einer Tiefe von 102 m erforscht und vermessen werden.

2009: Beim Forscherlager “Sub-Glacies 2009″ werden weitere 482 m vermessen. Die Gesamtlänge steigt auf 1.506 m bei einer Niveaudifferenz von 201 m.

2010: Im Rahmen des Forscherlagers “Sub-Glacies 2010″ gibt es nur eine Tour in den Voodoo-Canyon. Dabei werden 350 m neu vermessen. Leider gelingt es nicht, eine Tiefenfortsetzung zu finden. Die Gesamtlänge steigt auf 1.854 m. Die Niveaudifferenz bleibt unverändert bei 201 m.

2011: Beim Forscherlager “Sub-Glacies 2011″ wird intensiv im Voodoo-Canyon geforscht. Es gelingt zahlreiche Fortsetzungen aufzuarbeiten. Durch Erweiterung einer Engstelle kann ein gewaltiges Schachtsystem angefahren werden. Die vermessene Gesamtlänge steigt um mehr als einen Kilometer auf 2.872 m. Die Tiefe erhöht sich auf 330 m.
Zwei weitere Touren im September bringen 317 m Neuland – GL: 3.189 m. Die Niveaudifferenz steigt auf 443 m.

2012: Im Zuge zweier 4-tägiger Biwaktouren im März und April/Mai des Jahres werden 645 m neu vermessen. Die Gesamtlänge steigt auf 3.835 m, die Tiefe erhöht sich auf 723 m.

2013: Eine viertägige Unternehmung findet im Mai/Juni statt. Diesmal hat das Team mit großen Neuschneemengen zu kämpfen. In der Höhle werden zwei Fortsetzungen nach oben in Angriff genommen. Weiters wird begonnen, die oberhalb des Biwaks ansetzenden Resetschächte zu vermessen. Es können 103 m neu vermessen werden. Die Gesamtlänge steigt auf 3.938 m.

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Forschungsstand:

Vermessene Gesamtlänge:                3.938 m

Niveaudifferenz:                                  +-723 m (+62 m, -661 m)

Horizontalerstreckung:                          323 m

Kürzeste Entf. zur Südwandhöhle:       219 m

Aktuelle informationen über die laufenden Forschungen findet man im Forschungsblog.

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