Sagtümpel (1622/60)

Die seit 1975 gefasste Riesenkarstquelle Sagtümpel liegt etwa 2,5 km nordöstlich der Ortschaft Tauplitz unweit der Straße zur Gnanitzalm.

Beim Sagtümpel handelt es sich um eine der in Österreich eher selten anzutreffenden vauclusischen Quellen, was bedeutet, dass das Wasser aus einem Quellsee (Quelltopf) von unten emporgedrückt wird.

Dieser ist in eiszeitlichen Sedimenten und Konglomeraten (Nagelfluh) entwickelt, was in Österreich einzigartig ist. Darunter liegt vermutlich eine dünne Schicht Dachsteinkalk, welche auf wasserundurchlässigen Gesteinsschichten (vermutlich Werfener Schichten) lagert. Leider wurde der schöne Quelltopf bei den Fassungsarbeiten vollkommen mit Geröll verfüllt und zubetoniert.

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Der Quelltopf hatte im Urzustand eine Länge von 27 m bei einer Breite von 14 m. Die Tiefe dürfte mindestens zwischen 8 und 10 m betragen haben. Diese im Verhältnis zur Grundfläche sehr große Tiefe ist ungewöhnlich und gab dem Quellsee aufgrund des meist sehr klaren Wassers ein besonders beeindruckendes und mystisches Aussehen. Nicht ohne Grund rankt sich eine Sage um einen Wassermann, der den Tümpel bewohnt haben soll (Neitsch, 2007).

Die Schüttung variiert, typisch für Karstquellen sehr stark und kann in kürzester Zeit um das 100 bis 1000-fache ansteigen, bzw. wieder sinken. Durch langjährige Messungen des Hydrografischen Dienstes des Landes Steiermark konnte eine Wasserführung zwischen etwa 5 l/s und 10 m³/s ermittelt werden. Die durchschnittliche Schüttung liegt bei ca. 340 l/s. Das Einzugsgebiet umfasst eine Fläche von rund 6-7 km² und betrifft hauptsächlich das Plateau der Tauplitzalm mit Höhen bis zu 1760 m.

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Triftversuche in den 1950er-Jahren mit gefärbten Sporen beweisen eine große Ausdehnung des Einzugsgebietes in Richtung Westen. So konnte eine direkte Verbindung zwischen der Bachversickerung des Krallersee-Abflusses im Schnittlamoos und dem Sagtümpel nachgewiesen werden. Diese beiden Punkte liegen mehr als 3,7 km bei einem Höhenunterschied von 610 m voneinander entfernt. Bedenkt man, dass der Durchgang des Triftmittels in weniger als 30 Stunden erfolgte leuchtet ein, dass das Wasser diese Strecke in großlumigen Karsthohlräumen ohne größere Staubereiche überwindet. Dies entspricht einer Triftgeschwindigkeit von über 125 m/h. Eine Speicherung, bzw. Filterung des Karstwasserst ist daher nicht gegeben.

Diese Ergebnisse in Verbindung mit den geologischen Gegebenheiten deuten weiters auf das Vorhandensein eines ausgedehnten, lufterfüllten Höhlensystems unter diesem Gebiet hin.

Renaturierungsprojekt

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